Sobald die Tage kürzer werden, ändert sich das Autofahren spürbar. Im Herbst sorgen nasses Laub, Nebel und tiefstehende Sonne für Überraschungen, im Winter kommen Schnee, Schneematsch und Glatteis dazu. Gerade für Fahranfänger ist die erste kalte Jahreszeit eine echte Herausforderung. Mit den richtigen Tipps und etwas Übung meisterst du sie aber sicher.
Fahren im Herbst: Darauf musst du achten
- Nasses Laub: Feuchte Blätter auf der Fahrbahn können fast so rutschig sein wie Glatteis. Außerdem verdecken sie Schlaglöcher und Fahrbahnmarkierungen. Fahr hier langsamer und bremse früh und gefühlvoll.
- Nebel: Schalte bei Nebel das Abblendlicht ein, nie das Fernlicht, denn das blendet dich selbst. Die Nebelschlussleuchte darfst du erst einschalten, wenn die Sicht unter 50 Meter liegt. Dann gilt auch: maximal 50 km/h. Die Leitpfosten am Straßenrand stehen im Abstand von 50 Metern und helfen dir beim Einschätzen.
- Tiefstehende Sonne: Morgens und am späten Nachmittag blendet die Sonne besonders stark. Halte die Windschutzscheibe innen und außen sauber, nutze die Sonnenblende und eine Sonnenbrille. Bist du geblendet, nimm sofort Gas weg.
- Wildwechsel: In der Dämmerung sind Rehe und Wildschweine besonders aktiv. Siehst du ein Tier auf der Straße, blende ab, hupe und bremse kontrolliert. Riskante Ausweichmanöver sind gefährlicher als ein Zusammenstoß. Nach einem Wildunfall immer die Polizei verständigen.
- Früh dunkel: Prüfe regelmäßig, ob alle Scheinwerfer, Blinker und Bremslichter funktionieren. Fußgänger und Radfahrer sind in dunkler Kleidung schwer zu erkennen, also besonders an Kreuzungen und Zebrastreifen aufmerksam bleiben.
Die wichtigste Regel für Herbst und Winter: Fahr immer so, dass du innerhalb der Strecke anhalten kannst, die du überblickst.
Winterreifen: Was ist Pflicht?
In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darfst du nur mit Winter- oder Ganzjahresreifen fahren, die das Alpine-Symbol tragen (Bergpiktogramm mit Schneeflocke). Reifen, die nur mit M+S gekennzeichnet sind, reichen seit Oktober 2024 nicht mehr aus. Wer bei Winterwetter mit Sommerreifen erwischt wird, zahlt mindestens 60 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg.
- Faustregel „von O bis O“: Von Oktober bis Ostern gehören Winterreifen aufs Auto.
- Profiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 mm. Für Winterreifen empfehlen Experten mindestens 4 mm, weil sonst der Grip auf Schnee deutlich nachlässt.
- Reifendruck: Kälte senkt den Luftdruck. Kontrolliere ihn im Winter häufiger.
Fahren bei Schnee und Eis
Auf Schnee verlängert sich der Bremsweg schnell auf das Doppelte, auf Glatteis sogar um ein Vielfaches. Das Wichtigste ist deshalb, alles langsamer und sanfter zu machen als gewohnt.
- Sanft anfahren: Gib nur wenig Gas. Mit dem Schaltwagen kannst du auf glattem Untergrund im zweiten Gang anfahren, damit die Räder nicht durchdrehen. Viele Automatikfahrzeuge haben dafür einen Winter- oder Schneemodus.
- Abstand verdoppeln: Halte mindestens doppelt so viel Abstand wie bei trockener Straße.
- Früh und gefühlvoll bremsen: Bremse lange vor Kreuzungen und Kurven. In einer Notsituation gilt mit ABS: Bremse voll durchtreten (beim Schaltwagen zusätzlich die Kupplung) und gleichzeitig lenken.
- Keine hektischen Lenkbewegungen: Lenke ruhig und gleichmäßig. Bricht das Heck aus, gegenlenken und vom Gas gehen.
- Brücken und Schattenstellen: Brücken, Waldstücke und schattige Abschnitte frieren zuerst und tauen zuletzt. Hier lauert oft Glätte, obwohl der Rest der Straße frei wirkt.
- Außenthermometer im Blick: Schon bei Temperaturen um 3 Grad kann es stellenweise glatt sein. Zeigt das Auto eine Glättewarnung, nimm sie ernst.
Vor der Fahrt: Auto winterfit machen
- Alle Scheiben freikratzen: Ein kleines Guckloch in der Frontscheibe reicht nicht und kann ein Verwarngeld kosten. Kratze alle Fenster, Spiegel und Scheinwerfer frei.
- Schnee vom Dach: Eine Schneedecke auf dem Dach rutscht beim Bremsen auf die Scheibe oder fliegt dem Hintermann entgegen. Also komplett abkehren.
- Frostschutz: Füll Scheibenwaschwasser mit Frostschutzmittel auf und prüfe die Wischerblätter.
- Batterie: Kälte schwächt die Batterie. Ist sie schon älter, lass sie vor dem Winter testen.
- Für den Notfall: Eiskratzer, Handbesen, Handschuhe und eine Decke gehören im Winter ins Auto.
- Mehr Zeit einplanen: Wer morgens noch kratzen muss und dann gehetzt losfährt, fährt riskanter. Plane zehn Minuten extra ein.
Fahrstunden in der kalten Jahreszeit
Viele Fahrschüler fragen, ob sie mit dem Führerschein lieber bis zum Frühling warten sollten. Unsere Antwort: Im Gegenteil. Wer bei Regen, Dunkelheit und Kälte mit einem erfahrenen Fahrlehrer übt, ist später deutlich besser vorbereitet als jemand, der nur bei Sonnenschein gefahren ist. Die vorgeschriebenen Nachtfahrten lassen sich im Herbst und Winter außerdem besonders gut in den Alltag einbauen.
Grundsätzlich hilft dir im Winter alles, was du über defensives Fahren lernst: vorausschauen, Abstand halten und mit Fehlern anderer rechnen. Bei Mikis Fahrschule in Frankfurt-Rödelheim üben wir genau das, damit du auch bei Schnee und Eis sicher und entspannt ankommst.
